Wie weiter mit 296 Zwicky Süd?

Okay, das ist ein langer Beitrag, aber er ist mir wichtig.

An der letzten Ideenküche erfuhren wir, dass Kraftwerk die Unterstützung für die Intendanz 296 per Ende Jahr stoppen will, obwohl von den gesprochenen Geldern einiges noch nicht ausgegeben wurde. Deshalb trafen wir uns letzte Woche bei Karen und Gabriella, um herauszufinden, wie wir 296 in 2016 weiter führen können. Wir waren einverstanden damit, dass 296 breiter abgestützt werden soll, aber ebenso, dass es zu früh ist, Danielas und Federicos Arbeit jetzt zu stoppen, bevor dies richtig aufgegleist ist.

Hier eine Art persönliche Evaluation, was die Intendanz 296 für mich bedeutet.

Zwicky Süd ist Neuland, man muss etwas daraus machen, um es zum Leben zu bringen. Viel mehr als in einer bevorzugten Lage wie der Kalkbreite, die deshalb so beliebt ist, weil das Leben dort bereits pulsiert. Trotz der städtischen Architektur ist es hier wie in einem Dorf: wenn man etwas will, muss man es selber machen. Das ist wohl den meisten klar und schon oft gesagt worden. Aber wie es gehen soll, damit aus dem Gebauten ein neuer Stadtteil wird, ist weniger klar.

Bei Neuland, auf dem man leben möchte (oder muss), reicht es nicht, es zu entdecken – man muss es auch ‚apprivoiser’. Es gibt für dieses Wort keine wirklich passende deutsche Übersetzung. ‚Etwas zähmen’ ist zu stark hierarchisch, eher passt ‚sich etwas zutraulich’ machen. Genau das ist das Spannende am Neuen.

Daniela und Federico ist es mit Intendanz 296 gelungen, diesen Prozess mit viel Sensibilität für den Ort, sein Potential und seine neuen BewohnerInnen einzuleiten.

Ihre Veranstaltungen hatten einen grossen Einfluss auf meine und Andrés Entscheidung, in der Zwicky Süd mit dem Raumschiff etwas zu wagen, das wir an einem anderen Ort nicht ins Auge gefasst hätten. Intendanz 296 hat uns das Vertrauen gegeben, dass hier die offene Grundstimmung und die kreative Grundhaltung für ein solches Projekt vorhanden sind.

Ich habe momentan viele Herausforderungen gleichzeitig und hundert andere Sachen um den Hut, und bin wohl nicht die Einzige, gerade in Umzugssituationen.

Die Tatsache, dass da jemand ist, der den Faden auf diese sorgfältige und kompetente Art in die Hand nimmt, bedeutet für mich, dass ich entspannt und positiv in den Prozess einsteigen, mitmachen, die Zwickyleute kennen lernen, Beziehungen und Vertrauen aufbauen kann. Ich weiss nicht, ob ihr versteht, was ich meine, aber wenn dieses entspannend Offene nicht gewesen wäre, hätte ich den Anknüpfungspunkt nicht gefunden.

Das 296-Konzept funktioniert. Das ist nicht wenig, es ist extrem viel! Und es setzt genau bei dem an, was hier in der Agglo so knapp vorhanden ist: der ‘Kultur’. Daniela und Federico gelingt es, aus der Agglo Kultur und Kunst zu machen.

Ich würde es für sehr wertvoll halten, wenn der rote Faden, den Federico und Daniela für uns auslegen, von ihnen mit der dafür notwendigen finanziellen Absicherung weiter geführt werden könnte, bis die neuen BewohnerInnen und die MieterInnen der Gewerberäume sich niedergelassen haben und eine breitere Abstützung möglich wird – also sicher noch während des kommenden Jahres.

Die positive Stimmung, die es Daniela und Federico zu erzeugen gelingt (und von der ich überall weiter erzähle), kann auch dazu beitragen, mehr Personen anzuziehen, die es wagen würden, in einem der noch leeren Gewerberäume etwas aufzubauen.

01. Dezember 2015 von Hanna Sathiapal
Kategorien: Allgemein, Ideenküche | Schreibe einen Kommentar

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